Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG)

AsylG·142.31

125 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2006 4745, 2007 5573; BBl 2002 6845).

Art. 46 Vollzug durch die Kantone

1 Der Zuweisungskanton ist verpflichtet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen.141

1bis Während des Aufenthaltes einer asylsuchenden Person in einem Zentrum des Bundes ist der Standortkanton für den Vollzug der Wegweisung zuständig. Für Personen nach Artikel 27 Absatz 4 bleibt der Standortkanton auch nach deren Aufenthalt in einem Zentrum des Bundes für den Vollzug der Wegweisung zuständig. Der Bundesrat kann vorsehen, dass aufgrund besonderer Umstände ein anderer als der Standortkanton als zuständig bezeichnet wird.142

1ter Bei einem Mehrfachgesuch nach Artikel 111c bleibt der im Rahmen des früheren Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständige Kanton weiterhin für den Vollzug der Wegweisung und die Ausrichtung von Nothilfe zuständig.143

2 Erweist sich der Vollzug aus technischen Gründen als nicht möglich, so beantragt der Kanton dem SEM die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme.144

3 Das SEM überwacht den Vollzug und erstellt zusammen mit den Kantonen ein Monitoring des Wegweisungsvollzugs.145

141 Fassung gemäss Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2003 über das Entlastungsprogramm 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1633; BBl 2003 5615).

142 Eingefügt durch Ziff. I 2 des BG vom 19. Dez. 2003 über das Entlastungsprogramm 2003, (AS 2004 1633; BBl 2003 5615). Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

143 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

144 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. März 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855; BBl 2014 7991).

145 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2016 3101; BBl 2014 7991).

Case law2021-03-08

Das Bundesgericht befasste sich mit Art. 46 Abs. 2 AsylG im Kontext eines Gesuchs um vorläufige Aufnahme durch die Beschwerdeführerinnen, deren Asylgesuch bereits mehrfach abgewiesen worden war. Das Gericht stellte fest, dass das kantonale Migrationsamt gemäss Art. 46 Abs. 2 AsylG nicht zuständig sei, die vorläufige Aufnahme zu beantragen, da die zuständigen Bundesbehörden (SEM und Bundesverwaltungsgericht) die Vollzugshindernisse bereits geprüft und verworfen hatten. Die Beschwerdeführerinnen hatten keine substanziierte Rüge vorgebracht, die eine Verletzung verfassungsmässiger Rechte begründen könnte. Das Gericht wies die Beschwerde als unbegründet ab und qualifizierte das erneute Gesuch als Rechtsmissbrauch, da es auf denselben Grundlagen wie das abgewiesene Asylgesuch beruhte.

vorläufige Aufnahme
Asylgesuch
Rechtsmissbrauch
kantonale Zuständigkeit
Bundesbehörden
subsidiäre Verfassungsbeschwerde
unentgeltliche Rechtspflege